Arbeiten in China

Ist China das neue Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Mit 25% Ausländeranteil und 30% des Umsatzes, ist Shanghai (oder Umland) die Stadt zum ArbeitenJedenfalls wandern immer mehr Deutsche ins Reich der Mitte aus, um dort zu leben und zu arbeiten. Mit der Einladung eines Arbeitgebers in der Tasche bekommt man das benötigte Arbeitsvisum in der Regel ohne Probleme. Es gibt viele Möglichkeiten, sich in China beruflich weiterzuentwickeln – sei es, um das eigene Profil um eine interessante Zusatzqualifikation zu erweitern oder einfach aus persönlichem Interesse an Land und Leuten. Obwohl die bürokratischen Hürden überschaubar sind, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die kulturellen Unterschiede gravierend sind und auch im Arbeitsleben einige Umstellung erfordern.
Der chinesische Arbeitsmarkt ist äußerst dynamisch, zumindest in den großen Städten. Bedarf an gut ausgebildeten Menschen gibt es eigentlich immer, denn mit westlicher Ausbildung und Arbeitserfahrung ist man in China ein gern gesehener Gast, da man Wissen ins Land bringt. Wer mit viel persönlichem Einsatz und Eigeninitiative an die Sache herangeht, für den bieten Boomstädte wie Schanghai oder Guangzhou jede Menge berufliche Perspektiven. Die Gehälter liegen zwar oft deutlich niedriger als die Gehälter für vergleichbare Aufgaben in Deutschland, steigen in den letzten Jahren aber konstant an. Zudem liegen die Lebenshaltungskosten auch entsprechend niedriger als in Deutschland.
 

Westliche oder chinesische Arbeitgeber?

Der Verdienst
Für die meisten Ausländer, die in China arbeiten möchten und dabei einen Job mit halbwegs angemessener Bezahlung suchen, ist es sinnvoller, bei westlichen Unternehmen anzuheuern.
Chinesische Unternehmen zahlen in der Regel weniger, da ihre Gehälter sich am Landesniveau orientieren, während westliche Firmen den ausländischen Fachkräften ein wenig entgegenkommen, um die Stellen für diese attraktiv zu machen. Viele bürokratische und steuerliche Aspekte gestalten sich in einem internationalen Konzern einfacher und können direkt vom Arbeitgeber geklärt werden, während man sich als ausländischer Angestellter in einem chinesischen Unternehmen in der Regel selbst um diese Angelegenheiten kümmern muss. Deutsche und internationale Unternehmen, die Stellen in China zu besetzen haben, schreiben diese ganz regulär in den Stellenbörsen aus. Im Stellenportal Stepstone werden beispielsweise konstant um die 200 Stellen in China angeboten.
 

Beliebter Auswandererjob: Sprachlehrer

Eine weitere sehr beliebte Jobmöglichkeit für Ausländer ist es, als Sprachlehrer zu arbeiten. Da viele deutsche Unternehmen große Arbeitgeber in China sind, ist neben Englisch auch Deutsch eine gefragte Sprache, die in vielen Ausbildungen und Studiengängen zum Pflichtprogramm gehört. Für viele, die vor allem aus Interesse am Land nach China wollen, ist das die optimale Wahl. Die Arbeit als Sprachlehrer ist zum Teil relativ gut bezahlt und viele Arbeitgeber bieten die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, sodass man den Rest der Zeit das Land bereisen kann. Universitäten und Sprachschulen übernehmen zudem häufig Unterbringung und Flugkosten ausländischer Mitarbeiter. Diese zusätzlichen Modalitäten können jedoch nicht vorausgesetzt werden und sind individuelle Verhandlungssache, die unbedingt im Vorfeld zu klären ist.
 

 

Gute Vorbereitung ist das A und O

Bei großen internationalen Firmen mit Standorten in China ist ein umfangreiches Vorbereitungsseminar für die Mitarbeiter meist obligatorisch. Einige spendieren ihren Mitarbeitern sogar erst einmal einen Kurztrip nach China, damit sie einen persönlichen Eindruck bekommen können, bevor sie den Vertrag unterzeichnen. Der Aufwand lohnt sich, denn laut Statistik brechen 40 Prozent der ausländischen Mitarbeiter ihren China-Aufenthalt früher ab, als geplant. Viele unterschätzen die großen kulturellen Unterschiede, die das Alltagsleben ebenso wie die berufliche Tätigkeit betreffen. Auch wenn man in China im gleichen Feld arbeitet oder sogar die gleiche Tätigkeit ausführt, ergeben sich dadurch oftmals große Unterscheide in den Arbeitsabläufen oder den Arbeitsbedingungen, auf die man sich einstellen muss. Je nach Berufsfeld ist ein grundlegendes Wissen über das chinesische Rechtsystem, über Verhandlungstaktiken, Verhaltensregeln, Kultur und Geschichte des Landes unabdingbar. Wer in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen anheuert oder sich eigenständig nach China aufmacht, sollte sich unbedingt eigeninitiativ darauf vorbereiten.
 
 


 
April 23, 2015 at 7:12 am
Kategorie: News, Wissenswertes
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